Was als kleines Experiment auf einem zweizeiligen LCD begann, entwickelte sich Schritt für Schritt zu einem eigenständigen Touchdisplay für die lokale Luftlage. Diese Akte dokumentiert nicht nur das aktuelle Gerät, sondern den Weg dorthin – einschließlich der Grenzen, Fehlversuche und Entscheidungen, aus denen LUFTLAGE entstanden ist.
Ausgangslage
Die erste Frage war bewusst einfach: Lässt sich mit einem ESP32 und frei erreichbaren ADS-B-Daten anzeigen, welche Luftfahrzeuge sich gerade in der näheren Umgebung befinden? Es sollte kein vollständiger Flugradar entstehen, sondern ein kleines, eigenständiges Informationsgerät – einschalten, verbinden und die nächstgelegenen Flugbewegungen ablesen.
PHASE 01 // Der LCD1602-Prototyp

Der erste Aufbau bestand aus einem ESP32 und einem LCD1602 mit I²C-Anbindung. Das Display konnte lediglich zwei Zeilen mit jeweils 16 Zeichen darstellen. Genau diese Einschränkung zwang das Projekt früh zu klaren Prioritäten: Welche Information ist wirklich wichtig, und was kann entfallen?
- ESP32 als eigenständige Steuerung
- LCD1602 über I²C
- Abruf öffentlicher ADS-B-Daten
- Auswahl der nächstgelegenen Luftfahrzeuge
- wechselnde Anzeige mehrerer Treffer
Der erste Suchradius betrug 15 nautische Meilen. Durch die Nähe zu einem großen internationalen Flughafen gerieten jedoch viele weiter entfernte Bewegungen in die Auswahl, obwohl sie für das unmittelbare Beobachtungsgebiet wenig interessant waren. Der Radius wurde deshalb auf 10 NM reduziert. Der automatische Wechsel zwischen den erkannten Luftfahrzeugen lief zunächst alle vier Sekunden und wurde später auf acht Sekunden verlängert, damit die kurzen Anzeigen besser lesbar blieben.
Information unter Platzdruck
Auf dem LCD war jeder Buchstabe wertvoll. Neben Rufzeichen, Entfernung und Flugbewegung sollte möglichst auch die Fluggesellschaft erkennbar sein. Eine eigene ICAO-Mappingtabelle übersetzte Betreiberkürzel in kurze, verständliche Namen. Die zunächst angezeigte Angabe „gesehen vor 0s“ erwies sich dagegen als wenig hilfreich und wurde zugunsten des Betreibers entfernt.
Auch typische Prototypenprobleme gehörten dazu. Ein Namenskonflikt mit radians führte zeitweise zu einem Kompilierfehler. Solche Details sind unscheinbar, markieren aber den eigentlichen Entwicklungsweg: testen, Ursache eingrenzen, vereinfachen und erneut ausprobieren.
Was der erste Aufbau gezeigt hat
Der LCD-Prototyp bewies, dass die Grundidee funktioniert. Gleichzeitig zeigte er deutlich seine Grenzen. Zwei Textzeilen reichten für einen schnellen Hinweis, aber nicht für eine verständliche Übersicht mehrerer Luftfahrzeuge, zusätzliche Flugdaten oder eine Bedienung direkt am Gerät.
Der erste Aufbau war kein Fehlversuch. Er war der technische Beweis, dass aus der Idee ein eigenständiges Gerät werden konnte.
PHASE 02 // Wechsel zum CYD-Touchdisplay
Der nächste Schritt war ein CYD ESP32-2432S028R mit 2,8-Zoll-TFT, Touchcontroller und SD-Karten-Slot. Damit änderte sich nicht nur die Bildschirmgröße, sondern das gesamte Bedienkonzept. Aus einer wechselnden Zweizeilenanzeige wurde eine grafische Oberfläche mit Übersicht, Flugliste und perspektivisch aufrufbaren Detailseiten.
- farbige Darstellung auf dem ILI9341-TFT
- Touchbedienung über XPT2046
- Übersicht mehrerer Flugbewegungen
- Detailansichten für ausgewählte Luftfahrzeuge
- vollständige Airline-Namen statt 16-Zeichen-Kürzungen
- SD-Karte für Sichtungsstatistik und Langzeitprotokollierung
Im Zuge dieses Umbaus erhielt das Projekt seinen Namen: LUFTLAGE. Die Kopfzeile zeigt den Arbeitsradius von 10 NM rund um Station Kern; statt einer öffentlich verwertbaren Ortsangabe erscheint die Uhrzeit. Informationen wie Kurs, Geschwindigkeit und Betreiber sollen schnell erfassbar sein, ohne die Hauptansicht mit technischen Details zu überladen.
Aktueller Stand
Die grundlegende Darstellung auf dem CYD funktioniert, ebenso die Toucherkennung. Die Bedienung ist derzeit noch etwas schwerfällig und wird weiter verfeinert. Als nächste Ausbaustufen sind eine Flugliste mit Detailnavigation, Routendaten, veränderbare WLAN-Einstellungen sowie eine Statistik der erkannten Luftfahrzeuge vorgesehen.
Nächste Operationen
- Touch-Navigation von der Liste zur Detailansicht
- Speicherung von Sichtungen auf SD-Karte
- Auswertung nach Zeitraum und Luftfahrzeug
- Anzeige der letzten bekannten Sichtung
- Prüfung einer ergänzenden lokalen Drohnenerkennung
LUFTLAGE ist damit kein abgeschlossenes Produkt, sondern ein fortlaufendes Field-Tech-Projekt. Weitere Entwicklungsstufen werden dieser Akte als Build Log hinzugefügt.
